Ein Westernsattel als Freizeitsattel

Wirklich vielseitig – und komfortabel für Reiter und Pferd

Freizeitreiter haben mit ihren Pferden oft richtig viel vor: Gymnastizierung auf dem Platz, vielfältige Aktivitäten von Cavaletti-Training bis Zirkuslektion – und vor allem ganz viel Ausreiten im Gelände. Mehrere spezialisierte Sättel gibt das Budget eines Freizeitreiters oft nicht her – also wird für ein so buntes Pferdeleben ein entsprechend vielseitiger Sattel gebraucht. Viele Reiter entscheiden sich für einen sogenannten Vielseitigkeitssattel – der Name scheint ja Programm zu sein. Aber ist das wirklich so? Wir möchten Ihnen den Westernsattel als wirklich vielseitige, komfortable Alternative empfehlen.

Westernsattel als Freizeitsattel

Was ist eigentlich ein Vielseitigkeitssattel?

Ein Vielseitigkeitssattel ist ein Mittelding zwischen Dressur- und Springsattel. Beides sind englische Sättel mit grundsätzlich ähnlichem Sattelbaum, die sich im Wesentlichen im Schnitt der Sattelblätter unterscheiden: Dressursättel haben gerade, lange Sattelblätter und fördern so den für die Dressur erwünschten reiterlichen Sitz mit geradem Bein. Bei Springsätteln strecken sich die kurzen Sattelblätter schräg nach vorn und unterstützen damit und durch die in der Regel massiven Knie- und Wadenpauschen den beim Springen üblichen Sitz mit stark angewinkeltem Bein. Der Vielseitigkeitssattel ist eine Art Kompromiss zwischen beiden Satteltypen: Er hat mittellange, leicht nach vorn angeschrägte Sattelblätter. So soll er sowohl für die Dressur als auch zum Springen einsetzbar sein ... für beides nicht ganz ideal – aber eben „vielseitig“.

Allerdings: Strenggenommen verspricht der Name Vielseitigkeitssattel mehr, als er halten kann. Seine Eignung für Dressur und Springen kommt zwar Reitern entgegen, die gern beides mit einem Sattel tun möchten – aber sie macht ihn nicht unbedingt zu einem guten Geländesattel. Seine Auflagefläche auf dem Pferderücken ist genauso klein wie die anderer englischer Sättel – und das ist insbesondere für ausgedehnte Ritte alles andere als ideal.

Sättel mit kleiner Auflagefläche sind keine sehr guten Geländesättel

Eine kleine Auflagefläche wie die eines Vielseitigkeits-, Dressur- oder Springsattels verteilt das Gewicht von Reiter und Sattel auf einen entsprechend kleinen Teil des Pferderückens. So entsteht ein relativ hoher, für das Pferd tendenziell unangenehmer Satteldruck. Hoher Satteldruck unterstützt die Hilfengebung, da so auch die Gewichtsverlagerungen des Reiters zu großen lokale Druckänderungen führen – und er sichert dem Reiter generell die Aufmerksamkeit des Pferdes.

Nur: Hoher Satteldruck ist auf die Dauer nicht gesund für den Pferderücken. Eine Dreiviertelstunde auf dem Reitplatz lässt sich so gut und konzentriert arbeiten – aber nach einem dreistündigen Geländeritt hat ein solcher Sattel wahrscheinlich schon die ersten Druckstellen verursacht. Und das hat nichts mit Passformmängeln zu tun – es passiert auch, wenn er eigentlich gut passt!

Auf langen Ausritten – und erst recht auf Distanz- und Wanderritten! – ist ein Sattel mit großer Auflagefläche zu empfehlen

Besser für lange Ausritte geeignet sind Sättel mit größerer Auflagefläche. Solche Sättel gibt es: Beim Militär und in den Arbeitsreitweisen verschiedener Länder – also überall dort, wo Pferd und Reiter im Alltag lange gemeinsam unterwegs waren – haben sich parallele Satteltraditionen entwickelt, die andere Schwerpunkte setzen als die englische Reitkultur. Diese Sättel sind so aufgebaut, dass sie ausgedehnte Ritte für Reiter und Pferd so kräftesparend und komfortabel wie möglich machen. Dabei bewahren sie sich eine echte Vielseitigkeit – schließlich mussten Militär- und Arbeitsreiter ihr Pferd zu durchaus anspruchsvollen Aufgaben anleiten, schwieriges Terrain navigieren und auch Hindernisse im Gelände überwinden.

Nicht alle dieser parallelen Reit- und Satteltraditionen werden jenseits von Nischen noch aktiv gepflegt. Eine aber ist sehr lebendig: Die Western-Reitweise mit dem dazugehörigen Westernsattel.

Der Westernsattel als Freizeitsattel: Sieht gut aus – und eignet sich perfekt für lange Ausritte

Der Westernsattel ist ein wahrer Sattel für den Alltag zu Pferd. Die etwas ruppige Satteloptik, das robuste, schön alternde Leder – dieser Sattel macht alles mit, den müssen Sie eindeutig nicht schonen. Die üppigen Verzierungen mancher Westernsättel erzählen vom Stolz ihrer Besitzer, Teil einer besonderen Reitkultur zu sein – aber sie sind kein Muss: Wer es lieber schlicht mag, darf gern darauf verzichten. Sogar das Horn – mittlerweile ja wirklich nur noch Relikt der früheren Nutzung – ist heute optional. Unser Modell Endurance beispielsweise, ein besonders leichter Westernsattel für Wander- und Distanzreiter, kommt standardmäßig ohne.

In vielen der charakteristischen Details eines Westernsattels steckt aber eine Funktionalität, die Pferd und Freizeitreiter auch heute noch das Leben leichter macht. Die langen, breiten Trachten des Westernbaums schaffen eine großflächige Auflage und verteilen so die Last des Reitergewichts über die gesamte Sattellage des Pferdes. Die Skirts aus festem Leder lassen den Satteldruck hinten und an den Seiten sanft auslaufen. Ein Westernsattel belastet so die tragenden Strukturen des Pferderückens gleichmäßiger und schonender als sein englisches Pendant. Damit ist er rückengesunder und komfortabler für das Pferd – vor allem auf längeren Ritten. Und im übrigen ist auch der bequeme Sitz des Westernsattels so konstruiert, dass es am Reiterhintern genauso wenig zu Druckstellen kommt wie am Pferderücken.

Ein Westernsattel bietet echte Vielseitigkeit

Auf Gelände-, Wander- und Distanzritten ist der Westernsattel also ideal – und wenn Sie nicht gerade auf Turnieren aufkreuzen wollen, die hinsichtlich der Ausrüstung unflexible Vorschriften haben, können Sie auch sonst alles reiten, was Sie möchten: Dressurlektionen sind zum Beispiel selbstredend auch mit Western-Ausrüstung möglich – tatsächlich gibt es mit Western Dressage sogar einen Sport, der beides vereint. JvG Westernsättel sind zudem etwas schmaler tailliert als der klassische Cowboythron, sodass Sie weniger breitbeinig und ein bisschen mehr wie in einem Dressursattel sitzen.

Working Equitation, Parcours-Reiten: Für alles, was im weiteren Sinne mit Arbeitsreiten zu tun hat, ist ein Westernsattel sowieso perfekt. Und Springen ist selbstverständlich auch drin – für eine Springlektion mit Höhen bis 80 Zentimeter einfach die Bügel etwas kürzer schnallen, und los geht’s! (Wenn Ihr Pferd ein großer Sprungartist ist, wäre eventuell ein Westernsattel ohne Horn zu erwägen, da bei hohen Sätzen Stöße zwischen Horn und Schambein, Bauch oder Rippen nicht auszuschließen sind.)

Wenn möglich bitte individuell angepasst!

Aber jetzt bitte nicht loslaufen und online den ersten besten Westernsattel für die Freizeit bestellen! Gerade wegen ihrer großen, komplex geformten Auflagefläche, die sich möglichst perfekt an die Rückenkontur des Pferdes anschmiegen sollte, sind Westernsättel bei der Anpassung eine Herausforderung: Ob der Sattel unter den Skirts nun passt oder nicht, können Sie nicht wirklich zuverlässig sehen oder ertasten. Und ehrlich gesagt kann das auch der Sattler nicht ohne Hilfsmittel: Nur ein Druckmessungspad unter dem Sattel oder ein Messgitter, mit dem der Pferderücken abgeformt und dann mit der Sattelunterseite verglichen wird, können die Passform eines Westernsattels sicher beurteilen.

Nur bei sehr guter Passform ist ein Westernsattel für das Pferd wirklich komfortabel und rückenschonend. Während englische Sättel auch über die Polsterung der Sattelkissen anpassbar sind, hat das unter einem Westernsattel liegende Pad aus Lammfell oder ähnlichem keine Anpassungsfunktion, sondern dient nur der Stoßdämpfung. Daher muss der Westernsattel unbedingt über den Baum angepasst werden. Schwung und Winkelung der großflächigen Auflagepaneele müssen mit den Maßen des Pferderückens übereinstimmen, damit der Sattel gleichmäßig aufliegt. Aus zu kleinem oder zu großem Schwung resultieren Brückenbildung oder Kippeln, eine zu enge oder zu weite Winkelung führt dazu, dass sich der Sattel im unteren oder oberen Bereich seitlich in den Rückenmuskel keilt. An diesen Auflagestellen entstehen Druckspitzen, die auf Dauer zu schmerzhaften Druckstellen, Entzündungen von Weichgewebe und Muskulatur, unphysiologischen Schonhaltungen und Schäden am Bewegungsapparat führen können.

Aus diesem Grund raten wir Ihnen, auch beim Kauf eines Westernsattels als Freizeitsattel großen Wert auf eine umfassende Überprüfung der Passform zu legen bzw. Westernsättel idealerweise individuell anpassen zu lassen.

JvG fertigt auf Maß – und verstellbar

Wir haben einen Westernbaum aus leichtem Kunststoff mit integriertem Titanstahlkopfeisen entwickelt, den wir präzise an die individuellen Rückenmaße jedes Pferdes anpassen können. Ob breites oder kurzes Pferd, gerader Rücken oder viel Schwung, Pony, Warmblut oder Kaltblüter: Ein JvG Sattel wird für jedes Pferd nach Vermessung des Rückens individuell gefertigt.

Ein zusätzliches Plus ist die Stellbarkeit unserer Westernsättel, die bei klassisch maßgefertigten Sätteln mit Holzbaum so nicht gegeben ist. Wenn Sie ein Jungpferd besatteln möchten, wenn Ihr Pferd zu einer Spätentwickler-Rasse gehört und auch wenn Sie ein älteres Pferd übernehmen, bei dem Sie in Zukunft Muskelaufbau und damit einhergehende Veränderungen der Rückenkontur erwarten (das ist zum Beispiel bei Ex-Trabern oder Ex-Galoppern der Fall), bedeutet Stellbarkeit, dass Sie von Anfang an und auch in Zukunft mit einem perfekt sitzenden Sattel reiten. Wiederholte Neuanschaffungen sind nicht nötig – wir können Ihren Sattel immer wieder passend machen. So lohnt sich auch für Freizeitreiter die Investition in einen maßgefertigten Sattel!

Auf Grundlage unseres individuell angepassten, verstellbaren Westernbaums bauen wir aus hochwertigem Leder Sättel für ganz unterschiedliche reiterliche Anforderungen: mit und ohne Horn, mit unterschiedlichen Lösungen für Skirts, Sattelblätter und Fender. Und auch die Satteloptik – ein- oder mehrfarbig, ganz schlicht, dezent oder üppig verziert – gestalten wir vollkommen nach Ihren Wünschen.

Der Satteltermin bei JvG

Fester Bestandteil des Sattelkaufs ist der Satteltermin bei Ihnen vor Ort: Schauen Sie sich unsere Vorführmodelle und die verschiedenen Gestaltungsoptionen an, lassen Sie sich beraten – und testen Sie unsere Sättel unbedingt auf einem Proberitt! Der Satteltermin ist unverbindlich – aber wenn Sie sich für einen JvG entschieden haben, führen wir unmittelbar die Vermessung Ihres Pferdes durch. Wir nutzen das EQUIScan-Messgitter, mit dem wir den Pferderücken in allen für die Passform wichtigen Details genau abformen. Im Anschluss wird Ihr neuer Freizeit-Westernsattel nach Ihren Vorgaben in unseren Werkstätten für Sie gefertigt. Das ist kein ganz kleines Stück Arbeit – wir geben uns Mühe, Sie nicht zu lange warten zu lassen; aber rechnen Sie besser mit einer Lieferzeit von etwa drei Monaten. Bei der Auslieferung des fertigen Sattels schauen wir noch einmal ganz genau hin, ob wirklich alles stimmt und passt – und wir bleiben weiterhin Ihr Ansprechpartner in allen Sattelfragen.

Den Satteltermin empfehlen wir übrigens auch, wenn Sie einen gebrauchten JvG erworben haben: Ebenso wie für den Neukauf vermessen wir dann Ihr Pferd, um den Sattel im Anschluss in unseren Werkstätten passend zu machen.

Ob neu oder gebraucht – mit einem JvG Westernsattel für die Freizeit sind Sie gut unterwegs. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme: Rufen Sie uns an, oder nutzen Sie das Kontaktformular!

Sie wollen erst noch weitere Informationen? Dann können Sie folgendes machen:

>